Geld geschenkt bekommen für die Aufnahme eines Darlehens – Negativzinsen bei der Baufinanzierung

Autor: E.Borchert

Was im Bereich der Geldanlage bereits in aller Munde ist – Negativzinsen für Bankguthaben auf dem Konto – gibt es faktisch auch über die Förderbank KfW für die energetische Sanierung. In Deutschland sind die Zinsen so tief wie nie. Im Normalfall liegen die Bauzinsen auf dem 1-Prozent-Niveau. Es ist daher kein großer Schritt mehr zu Negativzinsen auch bei Baufinanzierungen.

Was sind Negativzinsen?

 

Negativzins in der Baufinanzierung

Negativzinsen sind Zinsen, mit denen vorhandenes Guthaben bei einer Bank belastet wird. Wirtschaftlich gesehen sind es Minuszinsen, die auf Guthaben erhoben werden können und vom Gläubiger gezahlt werden müssen oder vor der Rückzahlung des Guthabens abgezogen werden. Schon heute müssen Banken Geld bezahlen, wenn sie bei der Europäischen Zentralbank Geld zwischenlagern, denn hier gilt bereit ein Negativzins. Für Geldanlagen bei Geschäftsbanken gelten auch jetzt bereits vereinzelt negative Zinssätze, so dass Kunden eine Gebühr bezahlen müssen, wenn sie ihr Geld bei einer Bank anlegen.

Wie funktionieren Negativzinsen bei Krediten?

Dass es in Zukunft Minuszinsen auch bei Krediten gibt, ist bei vielen Banken nicht mehr undenkbar. Und das klingt nicht nur wie ein schöner Traum, das gibt es bereits. Im Programm „Energetisch Sanieren“ der KfW. Der Sollzins beträgt hier noch immer 0,75% p.a., wer jedoch den staatlichen Tilgungszuschuss in Höhe von 7,5% mit berücksichtigt, bekommt am Ende sogar Geld zurück.

Wie funktioniert das Angebot der KfW?

Die KfW bietet für die energieeffiziente Sanierung von Bestandsimmobilien derzeit Kredite mit einem effektiven Jahreszins von 0,75%, wobei der Tilgungszuschussbei bis zu EUR 27.500,00 liegen kann.  Dieses Angebot gibt es für Privatpersonen, die Wohnraum energetisch sanieren oder sanierten Wohnraum kaufen.

Für Neubauten bietet die KfW im Programm Energieeffizient Bauen ebenfalls zum effektiven Jahreszins von 0,75% einen Kredit an. Hier beträgt der Tilgungszuschuss bis zu EUR 15.000,00. Voraussetzung für die Gewährung des Kredites ist, dass die Immobilie dem geltenden Standard eines KfW-Effizienzhauses oder eines vergleichbaren Passivhauses erreicht.

Welche Hürden müssen überwunden werden?

Es wird empfohlen, eine umfassende Energieberatung in Anspruch zu nehmen. Diese fördert das Bundesamt für Wirtschafts- und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen der „Vor-Ort-Beratung“ mit attraktiven Zuschüssen. Die Beantragung der Förderung übernimmt Ihr Energieberater selbst. Einen qualifizierten Energieberater finden Sie auf der Expertenliste für Förderprogramme des Bundes unter:

www.energie-effizienz-experten.de

Eine feste Voraussetzung für diese Förderung ist die Einbindung eines Sachverständigen für

  • die Erstellung des Sanierungskonzepts und
  • die anschließende Baubegleitung.

So werden Bauschäden infolge mangelnder Bauplanung und -ausführung vermieden und die energetischen Sanierungsmaßnahmen führen zum gewünschten Ergebnis. Wählen Sie einen Sachverständigen aus der Expertenliste für Förderprogramme des Bundes unter www.energie-effizienz-experten.de. Das kann, aber muss nicht derselbe Energieberater wie oben sein.

Von Ihrem Sachverständigen erfahren Sie, wie Sie die Energieeffizienz Ihrer Immobilie verbessern können. Außerdem berät er Sie bei der Auswahl der richtigen Maßnahmen. Er sagt Ihnen, ob Ihr Vorhaben bei uns förderfähig ist und erstellt die „Online-Bestätigung zum Antrag“, die Sie für die Beantragung der KfW-Fördermittel benötigen.

Hinweis: beim Kauf eines sanierten Hauses oder einer Eigentumswohnung: Im Kaufvertrag muss eine Klausel zur Haftung des Verkäufers für die Einhaltung des angegebenen KfW-Effizienzhaus-Standards enthalten sein.

Vereinbaren Sie unbedingt vor Beginn der Sanierungsarbeiten oder vor dem Kauf der sanierten Immobilie einen Termin mit Ihrem Finanzierungspartner. Dieser beantragt den KfW-Kredit für Sie. Nehmen Sie zu diesem Gespräch die „Online-Bestätigung zum Antrag“ mit, die Sie von Ihrem Energieberater erhalten haben.

Einen Finanzierungspartner finden Sie hier. Somit steht Ihre Immobilienfinanzierung auf soliden Beinen und Sie bekommen ggf. noch Geld zurück.