Wie Sie Ihre Baufinanzierung richtig vergleichen | Insider Tipps nutzen

Autor: Toni Baier

Viele Menschen gehen davon aus, dass Sie Ihre Baufinanzierung nur über den Sollzins vergleicht. Doch dieses Vorgehen kann je nach Vorhaben auch fatale Folgen haben und erhebliche Kosten erzeugen. Dieser Artikel soll Ihnen zeigen anhand welcher Parameter Sie Ihre Finanzierungslösung richtig vergleichen und somit entscheidende Fehler vermeiden.

Der Zins als Preis des Geldes

 

Worauf kommt es an um die Baufinanzierung richtig zu vergleichen?

Grundsätzlich kann der Zins als Preis für Geld angesehen werden. Bei Darlehen hat der Preis allerdings auch weitere Gesichter. Allerdings ist der Zins einer der wichtigsten Indikatoren für den Preis eines Darlehens. Hier sollte zwischen Sollzins und Effektivzins unterschieden werden, welche unterschiedliche Aussagen treffen.

Bei normalen Annuitätendarlehen reicht der Vergleich über den Sollzins, da sonst nur die Kosten für die Grundschuldeintragung in den Effektivzins einfließen, welche Sie sowieso aus Ihrem Kapital begleichen. Anders ist es bei Bauspardarlehen, da dort weitere Darlehenskosten wie Kontoführungsgebühren, Agios und Abschlussgebühren entstehen, welche aber meistens mit den Raten verrechnet werden. Daher ist hier der Effektivzins zu betrachten.

Bereitstellungszeitraum und Bereitstellungszins

Auch die Bereitstellung ist ein Kostenpunkt, der gerade beim Neubau oder bei der Modernisierung übersehen werden kann. Wichtig ist es bei der Betrachtung der Bereitstellung zu wissen, wie lange das Vorhaben dauert. Es gibt nämlich viele Banken, welchen sich jeden Monat per Zinsaufschlag bezahlen lassen und diese Kosten ziehen sich damit über die gesamte Finanzierung.

Da ist es häufig sogar besser eine kleinere Zahlung an Bereitstellungszinsen in Kauf zu nehmen, da sich die Höhe der Zahlung auf den noch nicht benutzten Darlehensanteil bezieht. Dabei ist dann auch die Höhe der Bereitstellungszinsen entscheidend. Diese bewegen sich derzeit in einer Spanne zwischen 1,8 % bis 3,0 % p.a. Auch eine zu kurze Bereitstellung kann durch hohe Bereitstellungszinsen zu enormen Kosten führen, wenn das Darlehen noch gar nicht abgerufen wurde.

Gesamtkosten betrachten

Unter dem Strich sollten Sie die Gesamtkosten betrachten. Diese bestehen dann aus folgenden Anteilen: gezahlten Sollzinsen, Abschluss- und Kontoführungsgebühren, Agios bzw. Disagios und eventuellen Bereitstellungskosten. Dabei sollten Sondertilgungen vorerst nicht berücksichtigt werden, da jederzeit etwas dazwischen kommen kann und Sie diese nur optional nutzen können und damit keine Pflicht darstellen. Erst wenn Sie diese Gesamtkostenbetrachtung abgeschlossen haben, können Sie wirklich sagen, welche Option für Sie günstiger ist.

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