Wie viel Prozent vom Einkommen für die Baufinanzierung?

Miete und Nebenkosten für die Wohnung reißen allmonatlich ein tiefes Loch in die Taschen der Verbraucher. Für viele stellt sich angesichts der niedrigen Zinsen für eine Immobilienfinanzierung die Frage, ob es nicht besser ist, das Geld stattdessen in eine eigene Immobilie zu investieren. Wenn Sie vor dieser Situation stehen, sollten Sie den Bau oder Kauf einer Immobilie jedoch gründlich durchkalkulieren, um keine unangenehme Überraschung zu erleben. Wichtige Fragen lauten etwa:

1. Will und kann ich mich langfristig an einen Finanzdienstleister binden?
2. Passt die Immobilienfinanzierung in meine persönliche Lebensplanung?
3. Bin ich bereit, meinen Lebensstandard notfalls zurückzuschrauben?

Wie viel kann ich für Zins und Tilgung aufbringen?

 

Wie hoch sollte meine Rate sein?

Am Anfang jeder Immobilienfinanzierung steht ein sorgfältiger und gründlicher Kassensturz. Hierbei wird unter anderem ermittelt, wie viel Eigenkapital zur Verfügung steht. Beispielsweise kann ein Bausparvertrag, der in jungen Jahren abgeschlossen wurde, dazu verwendet werden, um dem Traum vom Wohnen in den eigenen vier Wänden ein Stück weit näher zu kommen. Auch andere Sparverträge können gegebenenfalls herangezogen werden, um die Eigenkapitalquote zu erhöhen.

Dadurch lässt sich ebenso wie durch Eigenleistungen, die an verschiedenen Gewerken erbracht werden, der Anteil an Fremdkapital, das durch einen Privatkredit oder einen Kredit bei der Bank aufgebracht werden muss, erheblich reduzieren.

Wie viel Geld kann aufgenommen werden?

Dieser Schritt ist notwendig, um zu erfahren, welche Kreditsumme maximal in Anspruch genommen werden muss. Jedoch sollte der Maximalbetrag nicht unbedingt komplett ausgereizt werden, um finanziell etwas Luft zu haben. Beim Kauf einer Immobilie beispielsweise kommen die Notariatsgebühren hinzu, beim Bau noch weitere Gebühren und zusätzliche Ausgaben. Als Faustregel gilt: Etwa zehn Prozent des Immobilienpreises sollten für derartige Ausgaben reserviert werden.

Als absolute Schmerzgrenze für die Rückzahlung des Kredits empfehlen Experten, dass die Raten maximal 40 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens betragen sollten. Dadurch können Sie Ihren Lebensunterhalt auch weiterhin bestreiten, ohne in einen finanziellen Engpass zu geraten. Oder aber Sie haben Spielraum, um die Verpflichtungen mittels Sonderzahlungen schneller zu reduzieren, wenn sich Ihr Nettoeinkommen erhöhen sollte. Sie können aber auch Ihre monatlichen Mietkosten plus eventuelle Sparverträge für die Rechnung zu Grunde legen. Bewegen sich die Raten für den Kredit in diesem Rahmen, brauchen Sie sich nicht einmal einzuschränken, weil Sie im Gegenzug die Miete sparen und selbst Vermögen bilden.

Von welchen Faktoren hängt die Immobilienfinanzierung ab?

Diese Rechnung gilt grundsätzlich für Normalverdiener, die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben. Denn wenn Sie beispielsweise zwei Nettoeinkommen für die Finanzierung zu Grunde legen, plötzlich aber der Wunsch nach einem Kind überwiegt, kann das Ihre persönliche Finanzplanung ebenso zunichtemachen wie die Immobilienfinanzierung. Wenn Sie genügend Spielraum haben, sollten Sie deshalb für den Immobilienkauf lediglich das Einkommen des Hauptverdieners in Ihrer Familie berücksichtigen.

Falls Sie dauerhaft über ein zweites Einkommen verfügen, können Sie den Kredit über Sonderzahlungen schneller zurückzahlen und besitzen entsprechend schneller eine schuldenfreie Immobilie. Ändert sich hingegen etwas an Ihrer Einkommenssituation – etwa weil das zweite Einkommen aus irgendwelchen Gründen wegfällt – kommen Sie bezüglich der Rückzahlung des Kredits nicht gleich in eine finanzielle Schieflage, sondern können rechtzeitig auf die neue Situation reagieren.

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